Mercedes-Benz Sprinter richtig erkennen

Der Mercedes Sprinter ist die Premium-Basis für hochwertige Reisemobile und Kastenwagen. Im Gegensatz zu Fiat und Ford verwendet Mercedes intern Werks-Codes statt klassischer Generationen-Zählung – das sorgt für Verwirrung, weil Händler und Kunden mal von „NCV3" sprechen, mal von „W906", mal von „dritter Generation".

Diese Anleitung räumt mit der Verwirrung auf.

Schritt 1: Welche Generation haben Sie?

Generation Werks-Code Baujahre Hauptmerkmal
Erste Generation T1N (W901–W905) 1995–2006 Eckige Karosserie, rechteckige Scheinwerfer, klare Linien
Zweite Generation NCV3 (W906) 2006–2018 Erstmals geschwungene Karosserie, deutlich größere Frontpartie, dreieckige Scheinwerfer
Dritte Generation VS30 (W907 + W910) ab 2018 Komplette Neuentwicklung mit MBUX-Cockpit, schmale LED-Scheinwerfer, große Kühlergrill-Lamellen

Für Wohnmobile relevant sind heute vor allem die NCV3 (Baujahre 2006–2018) und der VS30 (ab 2018). Der älteste T1N kommt im Markt nur noch selten vor.

Schritt 2: Welche Antriebsvariante haben Sie?

Beim Sprinter ist die Antriebsart die wichtigste technische Unterscheidung – wichtiger als die Generation selbst. Mercedes bietet drei Hauptvarianten:

Frontantrieb (FWD)

  • VS30: Werks-Code W910 (auch „WDB910" auf älteren Unterlagen)
  • Erkennungsmerkmal: keine sichtbare Kardanwelle unter dem Fahrgastraum
  • Häufig bei Kastenwagen-Campern und kompakten Reisemobilen

Heckantrieb einzelbereift (RWD, Single)

  • VS30: Werks-Code W907 (auch „WDB907") – Varianten Sprinter 300 und Sprinter 400
  • Erkennungsmerkmal: zwei Räder hinten, sichtbare Kardanwelle unter dem Fahrzeug
  • Standard bei vielen mittleren Reisemobilen

Heckantrieb zwillingsbereift (RWD, Twin)

  • VS30: Werks-Code W907 – Variante Sprinter 500
  • Erkennungsmerkmal: vier Räder hinten (Zwillingsbereifung)
  • Häufig bei großen, schweren Wohnmobilen mit hoher Zuladung

Diese Unterscheidung ist beim Sprinter VS30 entscheidend, weil sich die Zubehörauswahl je nach Antriebsvariante deutlich unterscheidet. Eine Luftfederung für den Sprinter 300 passt nicht auf den Sprinter 500 – und umgekehrt.

Schritt 3: Wo finden Sie diese Angaben?

Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1)

  • Feld E – Fahrgestellnummer (FIN): Mercedes-FINs beginnen häufig mit WDB oder W1V. Die ersten Stellen geben den Werks-Code: WDB906 = NCV3, WDB907 = VS30 Heckantrieb, W1V910 = VS30 Frontantrieb.
  • Feld D.2 – Typ, Variante, Version: Hier erkennen Sie den Modellcode und die Variante (300, 400, 500).
  • Felder 2.1 und 2.2 – HSN/TSN: Bei Mercedes besonders aussagekräftig, da viele Sub-Varianten existieren.

Am Fahrzeug selbst

Mercedes-typische Fundorte:

  • In der B-Säule auf der Fahrerseite (Aufkleber mit FIN, Achslasten, Modellcode) – Hauptposition bei NCV3 und VS30
  • Eingestanzt auf dem Karosserieboden unter dem Beifahrersitz – bei VS30
  • Aufkleber im Motorraum auf der rechten Seite
  • Mercedes-Datenkarte (falls vorhanden) – enthält alle Werkscodes und Optionsnummern

Modelljahr aus der FIN ablesen

Auch bei Mercedes ist Stelle 10 der Modelljahr-Code:

  • 9 = 2009
  • D = 2013
  • J = 2018 (VS30-Start)
  • M = 2021
  • R = 2024

Schritt 4: Boden- und Aufbauvariante prüfen

Beim Mercedes Sprinter sind AL-KO-Tieferlegungen seltener als beim Ducato, aber nicht ungewöhnlich – vor allem bei Premium-Reisemobilen (Carthago, Concorde, Niesmann+Bischoff).

Prüfen Sie am Heck folgende Punkte:

  • Querrohr unter dem Heck? → AL-KO-Chassis
  • Blattfederpakete an der Hinterachse? → Mercedes-Werksrahmen
  • AL-KO-Logo sichtbar? → AL-KO-Chassis
  • Zwillingsbereifung (4 Räder hinten)? → Sprinter 500, verstärkte Variante

Auch hier gilt: Ein Foto vom Heck-Unterboden klärt die Bodenausführung in den meisten Fällen sofort.

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Direktauswahl nach Antriebsvariante – Frontantrieb, Heckantrieb einzeln- oder zwillingsbereift.

Wenn Sie nach allem noch unsicher sind

Bei Sprinter-basierten Wohnmobilen ist die Antriebsvariante manchmal nur an Detailmerkmalen erkennbar. In diesem Fall erreichen Sie uns unter contact@italiacamper24.fr. Senden Sie Modell, Baujahr, Antriebsart (Front-/Heck), Bereifungstyp und ein Foto vom Heck-Unterboden – damit ist die Zuordnung in der Regel eindeutig.